Sonntag, 17. August 2014
Es lebe der Sport...
Sport war schon immer ein bedeutender Teil meines Lebens, wenn auch phasenweise mal mehr und mal weniger allgegenwärtig.
Im Kindes- und Jugendalter gab es nichts, was mich mehr interessierte, als 3 mal in der Woche zum Leichtathletiktraining zu gehen, um mir am Wochenende nach dem Wettkampf den verdienten Lohn in Form einer Goldmedaille (in seltenen Fällen auch mal Silber oder Bronze ;-) ) um den Hals zu hängen. Es fiel mir alles leicht! Nichts schmerzte oder zwickte und Gewichtsprobleme waren so weit entfernt, wie Ost-Berlin und Hamburg zu DDR-Zeiten!
Im Jugendalter wechselte ich die Sportart und spiele seitdem Fußball. Damals hatte ich die Kraft und Kondition, um locker die Erwärmung, 90 Minuten Spielzeit, meinetwegen eine Verlängerung und das Auslaufen durchzuhalten, ohne körperlich zusammenzubrechen.
Mit Anfang 20 vernachlässigte ich meine sportlichen Ambitionen etwas und beschränkte meine Aktivitäten auf gelegentliches Joggen und einen Freizeit-Kick, wenn sich die Gelegenheit bot. Muskeln und Knochen machten diese kleine Pause ohne Jammern und Motzen mit. Die kleinen Pölsterchen, die sich still und heimlich während dieser Zeit an bestimmten Körperstellen festsetzten, verschwanden ganz leicht nach ein paar intensiveren Laufeinheiten wieder. Alles NOCH kein Problem!
Mit Mitte 20 packte mich der Ehrgeiz und die Motivation, das Thema Fußball wieder ernster zu nehmen. Und was soll ich sagen? Der Geist war willig, aber das Fleisch war schwach?! Es plagten mich plötzlich Verletzungen, die ich bis dahin nicht kannte. Fußbruch! Ein dreiviertel Jahr Pause! Neuanfang, dann 2 Wochen später Bänderriss! Ein halbes Jahr Pause! Ergebnis beider Verletzungen: 10 Kilogramm mehr auf Hüften, Arsch, Bauch und wo sich Fett sonst noch gern anlagert! Aber das alles schmälerte meinen Ehrgeiz nicht. Ich wollte weiter machen... Doch was früher so einfach schien, stellte sich als fast 30-Jährige als nahezu unüberwindbares Problem heraus. Ein Teufelskreis: mehr Gewicht, mehr Anstrengung bei jeder Bewegung, mehr Schmerzen in Muskeln und Knochen!
Mittlerweile bin ich 36, spiele immer noch im Verein Fußball, kämpfe tagtäglich mit meinen Pfunden und gegen den Frust, mir diese je angefuttert zu haben. Vor 2 Jahren habe ich für mich entschieden, nur noch einmal in der Woche zu trainieren und nur noch dann auf dem Spielfeld zu stehen, wenn die Mannschaft mich wegen Personalnot braucht. Mit dieser Entscheidung kamen mein Körper und Geist eigentlich ganz gut zurecht. Bis vor 2 Wochen! Da meinte mein Geist nämlich plötzlich, mein Körper müsste sich doch mal wieder so richtig quälen und die komplette Vorbereitung zur neuen Saison mitmachen. Jetzt sitzt mein Körper hier und tippt mit den Fingern diese Zeilen. Es sind übrigens die einzigen Körperteile, neben meinen Ohrläppchen, die nach einem Trainingslager-Wochenende nicht schmerzen!
Was ist die Konsequenz? Welche Lehren sollte ich ziehen? Ich sag es euch! Ich mache weiter, wie bisher! Denn neben all den Schmerzen, Wehwehchen und Pölsterchen, die nerven, steht der Spaß im Vordergrund! Es macht Spaß, sich zu bewegen, den Kopf frei zu bekommen, mit meinen Mitspielerinnen Zeit zu verbringen, dabei auch mal Blödsinn zu reden und sich als Teil einer Mannschaft zu fühlen!
Das war, ist und wird es immer wert sein!!!

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